Die Angedacht!-Manuskripte vom 28. Dezember 2025 bis 3. Januar 2026
Autor: Uwe Burkert, Speyer
Thema: Fest der Heiligen Familie: Wo Gott zu finden ist!
Sonntag, 28. Dezember 2025, 6:40 Uhr
Könnt Ihr das wirklich glauben: dass der Retter der Welt, der Heiland, der Messias, Weihnachten als Kind in einer Krippe zur Welt kommt laut Bibel? Und heute setzt der christliche Festkalender noch eins drauf: mit dem Fest der Heiligen Familie. Von wegen – heilige Familie! Das Kind unehelich, Maria, die Mutter, Jungfrau, Vater gibt's keinen, jedenfalls ist Josef nur der Stiefvater. Da muss dann schon ein Engel vom Himmel herbei, um beiden zu erklären, was gerade abgeht. Die Heilige Familie ist - eine besondere Familie. Wie jede Familie, oder? Wie jede Familie mit eigenen Typen, jede Mutter, jeder Vater anders und besonders und jedes Kind? So gesehen wird Jesus, das göttliche Kind, auch nur in eine Familie geboren wie fast alle Menschen. Das macht ihn nicht besonders. Und ausgerechnet dieses Kind, dieses Baby, soll Gottes Sohn sein? Oder wird umgekehrt ein Schuh draus? Ist Gott eben nicht der Über-allem-Jenseitige, sondern genauso der In-allem-Diesseitige? Laut Bibel sind alle Menschen Kinder Gottes, Gottes Ebenbilder, Gott ähnlich - wie Kinder eben ihren Eltern ähneln. Ist Weihnachten also ein Signal an alle Gottsucherinnen und Gottsucher, wo Gott zu finden ist? Nicht dann und dort und irgendwann? Sondern jetzt und hier und jederzeit – mitten unter uns Menschlichen?
Thema: Weihnachtslektion: Ihr müsst nicht die Größten sein!
Montag, 29. Dezember 2025, 6:40 Uhr
Jetzt sind sie schon wieder 'rum, die schönen Weihnachtsfeiertage, noch steh'n zwar Christbäume und Krippen, aber Weihnachten war gestern, aus und vorbei. Dabei ist das doch erst der Anfang! Einer ganz großen Geschichte. So groß, dass die größte aller Weltreligionen draus wird. Dabei stehen die Chancen des Kindes von Bethlehem denkbar schlecht. Zur Welt gekommen irgendwo in der Provinz in einem Stall, den keiner kennt, den Vater kennt auch keiner, ein paar lausige Hirten kommen zu Besuch, später dann, immerhin, vornehme Herren aus dem Osten. Müssen aber auf einem Umweg zurück nach Hause. Denn König Herodes lauert schon und will dem Christkind an den Kragen. Du hast keine Chance, nutze sie – wär' nicht übertrieben als Motto über dem jungen Leben des Jesus von Nazareth. Also schon hier, gleich am Anfang, wird Gott deutlich: Meine Kategorien sind so anders und nicht von dieser Welt. Was klein, macht Gott groß, was machtlos mächtig, die am Rand stellt Gott ins Zentrum. Fortsetzung folgt. In Eurem Alltag, wenn Ihr wollt. Denn das ist die Lektion von Weihnachten, die bleibt, auch dann, wenn Weihnachten längst rum ist: Ihr müsst nicht um jeden Preis die Größten sein. Um was zu gelten und zu bewegen. Gerade das - nicht!
Thema: 2025: Und wo wart Ihr? In Gottes Händen!
Dienstag, 30. Dezember 2025, 5:40 Uhr
Die neue Bundesregierung kann richtig loslegen in diesem Jahr, kommt aber nicht so schnell voran, wie's alle gerne hätten: auch sie selbst. In den USA feiert Donald Trump sein Comeback als Präsident: ach, wenn er doch nur halb so viel Spaß machen würde wie sein Namensvetter aus den Disney-Studios. Ob Donald oder Donut – man muss nicht alles lecker finden, was aus Amerika kommt. Und wo wart Ihr - 2025? Ein Papst geht heim zum "Chef", ein anderer kommt: Papst Franziskus stirbt, und Leo IVX. heißt der neue: es kann auch Gutes aus Amerika kommen. Biathletin Laura Dahlmeier verunglückt tragisch im Himalaya, Robert Redford stirbt und Bernhard Vogel aus Speyer: er war bisher als einziger Ministerpräsident in zwei Bundesländern: in Rheinland-Pfalz und in Thüringen. Und wo wart Ihr? Nick Woltemade heißt der neue Rudi Völler, die deutschen Handballerinnen und Basketballer machen mächtig Spaß. Taylor und Travis sind – verlobt! Jemand klaut 1300 Kartons Käse inklusive LKW-Auflieger: was für ein Käse! Und wo wart Ihr? In Gottes Hand! Wie's beim Propheten Jesaja heißt: "Ich habe dich eingezeichnet in meine Hände." (Jes 49,16) Und Jesus meint später: "Bei euch sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt." (Mt 10,30; Lk 12,7) Eure Haare auf dem Kopf - alle gezählt? Mehr geht nicht – bei Gott, oder?
Thema: Silvester: Wohin immer - unterwegs mit Gott?
Mittwoch, 31. Dezember 2025, 5:40 Uhr
Wisst Ihr, warum Silvester Silvester heißt? Weil heute Silvester ist! Ja, Papst Silvester, der erste. Gestorben am 31. Dezember 335, also heute vor fast 1700 Jahren. Heute steht er im kirchlichen Fest- und Heiligenkalender. Papst Silvester: hat zwar nicht die ersten Silvesterknaller gebaut, aber ein Knaller, das war er schon. Muss jede Menge Feuer gehabt haben, der gute. Denn in seine Amtszeit fällt eine echte Epochenwende. Aus der verfolgten Sekte, den heimlich-unheimlichen Anhängern des Jesus von Nazareth, wird die offizielle Staatsreligion des römischen Reiches unter Kaiser Konstantin. Gott sei Dank, denn bis dahin bezahlen Christinnen und Christen ihren Glauben mit ihrem Leben, sobald sie entdeckt werden. Jetzt aber breitet sich das Christentum schlagartig aus über ganz Europa. So ändern sich die Zeiten. Mal im Großen wie zu Papst Silvesters Zeiten, mal im Kleinen wie heute Nacht, wenn aus 2025 2026 wird. Wohin die Reise geht 2026? Wer weiß das schon so genau? Ihr etwa? Umso wichtiger, dass Ihr nicht alleine unterwegs seid. Sondern mit Freundinnen und Freunden. Und - mit Gott, dem Urgrund von allem, was ist! In dem wir uns bewegen, leben und sind. Guten Rutsch! Und gern mit Gott - wenn Ihr wollt!
Thema: 2026: Noch ist alles drin – worauf kommt's Euch an?
Donnerstag, 1. Januar 2026, 5:40 Uhr
Und ein frohes neues Jahr! Das noch taufrisch ist – und in dem noch alles drin ist: beruflich, privat. Neuen Job suchen? Im alten noch mal richtig Gas geben? Endlich heiraten oder sich scheiden lassen? Schule wechseln? Kinder kriegen? Vieles anders machen im neuen Jahr? Manches genauso? Dem Chef endlich mal die Meinung sagen? In Urlaub, wo die Sonne scheint? Oder lieber dahin, wo's 'n bisschen kühler ist? Sich mit der "Ex" endlich aussöhnen? Mal wieder in die Kirche gehen oder austreten? Sich in 'ner Partei engagieren oder lieber nicht? Erstkommunion und Konfirmation der Kinder durchziehen? Mehr Sport, dafür weniger Fernsehen? Pfarrer oder Pfarrerin den Marsch blasen, wie übel langweilig Predigten und Gottesdienste sind? Mehr Zeit für die Kinder? Alles eine Frage der Akzente, der Schwerpunkte, was Euch vor allem wichtig ist. "Was ein Mensch sät, das wird er auch ernten" (Gal 6,7), heißt es dazu lapidar in der Bibel, und dass es darauf ankommt, sich an den Maßstäben Gottes zu orientieren. Die stehen in der Bibel seitenweise und fromme Frauen und Männer haben vorgelebt, worauf es dabei ankommt. Noch ist alles drin im neuen Jahr. Entscheidet mit, was hinten dabei 'rauskommt. Worauf kommt's Euch besonders an im neuen Jahr? Und was – wollt Ihr dafür tun?
Thema: Wer bringt Zeit und Zukunft? Gott?
Freitag, 2. Januar 2026, 5:40 Uhr
Willkommen im neuen Jahr mit seinen immer noch über 8700 Stunden, die vor Euch liegen. Und in denen es manchmal eine gute Idee sein wird, keine Zeit zu verlieren. Denn das könnte Euch oder andere einiges kosten, schlimmstenfalls das Leben. In denen manches aber manchmal auch einfach brauchen wird: um zu wachsen, sich zu entwickeln, um zu reifen. Manche Wunden werden die vielen tausend Stunden, wenn's gut läuft, heilen; manch' andere Wunde nicht. Manchmal werdet Ihr Euch wünschen, die Zeit würde stehen bleiben, weil's gerade so schön ist und angenehm. Tut sie aber nicht, die Zeit, sondern sie verfliegt sogar gerade dann am schnellsten, wenn's am schönsten ist. Aufhalten könnt Ihr die Zeit nicht. Und folgenlos bleibt sie auch nicht. Im Gegenteil: Zeit hinterlässt Spuren. Älter werden und alt - funktioniert genau so. Weshalb manche die Zeit hier und da gerne zurückdrehen würden – wenn's ginge. Mal werdet Ihr viel Zeit haben, mal nur wenig oder sogar fast keine. Wobei – Zeit haben? Haben geht sowieso nicht, oder? Denn die Zeit läuft immer weiter – wohin eigentlich? Stunden, Minuten, Sekunden zerrinnen wie Sand zwischen den Fingern. Niemand hat Macht über die Zeit oder besitzt sie. Sie kommt Euch zu – die Zukunft bringt sie. Doch – wer bringt die Zukunft? Das Universum? Gott? Was glaubt Ihr?
Thema: Soviel 2026 noch übrig - teilt die geschenkte Zeit!
Samstag, 3. Januar 2026, 6:20 h
Wisst Ihr schon, was Ihr mit dem neuen Jahr anfangt – von dem noch über 360 Tage übrig sind? 360 Tage, die dieses Jahr Euch schenkt! Schenkt – weil niemand Herrin oder Herr ist der eigenen Zeit; niemand kann sich Zeit einfach nehmen und horten; niemand kann sich seine Zeit garantieren: am nächsten Morgen wieder aufzuwachen, den nächsten Tag zu erleben, die nächste Stunde, nicht mal die nächste Minute oder Sekunde. "Plötzlich und unerwartet" heißt es dann, jemanden trifft der Schlag, ein Unfall, das kann alles ganz schnell gehen. Klar, dass für die biblischen Autoren Gott der Herr der Zeit ist. Gott weist den Menschen "gezählte Tage und eine bestimmte Zeit zu", heißt es entsprechend bei Jesus Sirach (17,2). Ein schönes Geschenk, die Zeit, Eure Zeit. Freut Euch drüber – und teilt sie mit anderen! Ob Ihr mit Euren Kindern spielt oder ihnen was vorlest, ob Ihr mal wieder Eure alte Tante besucht oder die kranke Nachbarin, ob Ihr für jemanden einen Einkauf übernehmt oder was anderes erledigt, ob Ihr mit Eurer Liebsten oder Eurem Liebsten eine ganz besondere Stunde verbringt: bei einer Tasse Kaffee, lecker Essen, was auch immer. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst - heißt übersetzt auch: schenkt Eure Zeit weiter - und teilt sie mit anderen!
